Max Stirner

1806 - 1856

 

 

Der Arbeiter gilt für den materiellsten und egoistischsten Menschen. Er leistet für die Menschheit gar nichts, tut alles für sich, zu seiner Wohlfahrt.
[...]
Allerdings muss der Mensch Muße finden, aber wenn der Egoist sich dieselbe zunutze macht, so entgeht sie dem Menschen; darum müsst ihr der Muße eine menschliche Bedeutung geben. Aber auch eure Arbeit unternehmt ihr Arbeiter aus egoistischem Antriebe, weil ihr essen, trinken, leben wollt; wie solltet ihr bei der Muße weniger Egoisten sein? Ihr arbeitet nur, weil nach getaner Arbeit gut feiern (faulenzen) ist, und womit ihr eure Mußezeit hinbringt, das bleibt dem Zufall überlassen.
Soll aber dem Egoismus jede Tür verriegelt werden, so müsste ein völlig »uninteressiertes« Handeln erstrebt werden, die gänzliche Uninteressiertheit. Dies ist allein menschlich, weil nur der Mensch uninteressiert ist; der Egoist immer interessiert.

aus: Der Einzige und sein Eigentum (1844)

 


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