Oskar Negt

*1934

 

 

... Die zunehmende Verfügbarkeit auch im Privatleben geht jedenfalls von dem Missverständnis aus, wir müssten unsere Produktivität steigern. Das ist ein Witz. Wir haben schon lange kein Problem mehr, das darin bestünde. Daher ergibt auch die Ausdehnung der Arbeitszeit ins Private hinein keinen Sinn. Grundsätzlich ist es ja nicht so, dass wir Mangel hätten an Visionen, Familienleben und Arbeitsplatz besser zu vereinbaren. Schon Francis Bacon vor gut hundert Jahren wünschte sich, die Arbeitszeit auf zwei bis drei Stunden Arbeit pro Tag zu beschränken. Es fehlt nur an der Umsetzungskraft für solche Pläne...

aus einem Interview mit dem c't-Magazin 6/2002

 


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