Maschinenbau-Anstalt und Eisengießerei der Seehandlung in Moabit

Fabrikordnung 1844

 

 

§1

Die regelmäßige Arbeitszeit beginnt zu jeder Jahreszeit präcise um 6 Uhr Morgens, dauert mit Ausnahme der üblichen Frühstückszeit von einer halben Stunde, der Mittagszeit von einer ganzen und der Vesperzeit von wiederum einer halben Stunde ununterbrochen bis 7 Uhr Abends und muß strenge eingehalten werden.

Fünf Minuten vor dem Beginn der vorgedachten Arbeitszeiten bis zu der vollen Zeit, wird durch das Läuten der Glocke angedeutet, daß sich jeder in den Werkstätten der Anstalt beschäftigte Arbeiter an seinen Platz zu begeben habe, um gleich nach dem Schlusse des Läutens seine Arbeit beginnen zu können.

Punkt 6 Uhr, 8 Uhr, 1 Uhr & 4 Uhr wird von dem Portier die Thür verschlossen.

Wer 2 Minuten zu spät kommt, verliert den Lohn einer halben Stunde; wer über 2 Minuten zu spät kommt, darf nicht eher als bei dem Beginne der nächsten Arbeitszeit zu arbeiten anfangen, wenigstens wird ihm für diese ganze Zeit der Lohn abgezogen. Um alle Streitigkeiten im Hinblick auf die Zeit zu steuern wird eine über dem Hause des Portiers angebrachte Uhr den Ausschlag geben.

Diese Anordnungen gelten sowohl für die im Wochenlohn, als für die Accord Arbeitenden und wird in Übertretungsfällen jeder nach Verhältniß seines Lohnes Abzug erleiden. Der Abzug wird nach den Angaben des dazu verpflichteten Portiers in den Lohnlisten vermerkt werden; ein jeder hat sich darin zu fügen, da man sich auf Gegenvorstellungen nicht weiter einlassen kann.

 


www.otium-bremen.de