Ferdinand Freiligrath

1810 - 1876

 

 

Ehre der Arbeit

Wer den wucht'gen Hammer schwingt, 
wer im Felde mäht die Aehren, 
wer ins Mark der Erde dringt, 
Weib und Kinder zu ernähren, 
wer stroman den Nachen zieht, 
wer bei Woll und Werg und Flachse 
hinterm Webestuhl sich müht, 
dass sein blonder Junge wachse: 
Jedem Ehre, jedem Preis! 
Ehre jeder Hand voll Schwielen! 
Ehre jedem Tropfen Schweiss, 
der in Hütten fällt und Mühlen! 
Ehre jeder nassen Stirn 
hinterm Pfluge - doch auch dessen, 
der mit Schädel und mit Hirn 
hungernd pflügt, sei nicht vergessen!

 


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