S. Flor

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Heute jedenfalls hat sich eine duale Wirtschaftsstruktur gebildet, in der beide Teile sich immer wieder erneut ausbalancieren und einem Gleichgewicht zustreben. Markt- und Netzwirtschaft stehen also nicht nur in Konkurrenz zueinander, sondern sind auch aufeinander angewiesen. So hat der Aufschwung im Marktsystem zu einer höheren Arbeitskräftenachfrage geführt. Während diese zur Depressionszeit mehr als willkommen gewesen wäre, hat sich das Bild mit dem Aufbau der Netzmärkte grundlegend gewandelt: viele Menschen sind nicht mehr bereit, ihre sicheren Positionen für eine uninteressante und entfremdete Arbeit im Marktsystem aufzugeben.

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Ruhe und Erholung, kontemplative Entspannung lassen sich ohnehin viel besser in der eigenen Umgebung finden. Die Attraktivität des heimischen Lebensbereiches erklärt auch, besser als alle Detailmerkmale, was mit "Sanftem Tourismus" gemeint ist: natürlich brechen auch heute vor allem Jugendliche zu Entdeckungsreisen oder interkulturellen Begegnungen auf, nur entfliehen sie dabei nicht der Trostlosigkeit des eigenen Ortes und jagen vagen Imaginationen nach, sondern reisen, um sich nach intensivem Kennen lernen Vergleichsmöglichkeiten zu erschließen und hierdurch bereichert wieder zurückzukehren.

aus: Rolf Schröder: Jenseits des Marktes (1992)
Der Autor teilt uns hierzu mit: "Die Zeilen wurden verfasst von S. Flor (Lebensdaten unbekannt) und stammen aus dem Jahr 2029. Es war mir gelungen, diesen Text als Nachwort für mein Buch "Jenseits des Marktes" aus dem Jahre 1992 zu gewinnen. Die Auszüge finden sich auf den Seiten XII und XXVIII. Näheres zur Dualwirtschaft des Jahres 2029 findet sich auf der Seite http://www.social-fiction.de."

 


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