Marc Aurel

121 - 180

 

 

Tu weniges, wenn du wohlgemut sein sollst. Vielleicht ist es besser, das Notwendige zu tun und was die Vernunftordnung des von Natur auf den Staat gerichteten Wesens bestimmt und wie es zu tun sie bestimmt. Dies nämlich verschafft die Wohlgemutheit, nicht nur weil man dann das Richtige, sondern weil man auch weniges tut. Das meiste nämlich von dem, was wir sagen und tun, ist nicht notwendig, und wenn man es weglässt, wird man mit schönerer Mußezeit und geringerer Unruhe leben. Man muss also bei jeder Gelegenheit sich daran erinnern: ist vielleicht dies etwas Unnötiges? Man muss aber nicht nur die unnötigen Betätigungen weglassen, sondern auch derartige Vorstellungen. Denn so werden auch keine überflüssigen Betätigungen erfolgen.
[...]
Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.

aus: Selbstbetrachtungen

 


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